Nun kommt der kuturelle Teil

Wir erreichen mit der Fähre von Kefalonia Patras um Alt Korinth, Athen, Delphi sowie die Meteoraklöster zu sehen. Leider wird das Wetter instabiler, wie können aber grundsätzlich fast alle besichtigen nur der Abschluss am Meer fällt leider ins Wasser.

Alt Korinth

Vom Hafen in Patras erreichen wir Alt Korinth in ca. 2 Stunden. Es führt uns die Autobahn, nachdem wir bei drei Mautstationen ca. 25 €  für etwas mehr als 100 Kilometer bezahlt haben unmittelbar nach Alt Korinth wo wir den Campingplatz Olive Tree beziehen. Die Anlage liegt mitten in einem Olivenhain, ist neu angelegt und wird von einem griechisch deutschem Ehepaar geführt. Die Sanitäranlagen sind super, es war eine richtige Genussdusche. Im ersten Stock des Gebäudes gibt es eine kleine Bar mit Sicht auf den Golf von Corinth. Es kann auch Essen bestellt werden, dieses wir vom ansässigen Wirt angeliefert.

Wir entschließen uns jedoch nach Alt Korinth zu radeln, um uns ein bisschen umzusehen und in einer Taverne etwas zu essen. Der Weg dorthin ist mit dem Fahrrad kein Problem und wir finden auch gleich ein Lokal das uns anspricht. Taverna Gemelos hat sowohl eine Terrasse mit Blick auf die Ausgrabungen als auch eine auf den Hauptplatz. Wir entscheiden uns ob des starken Windes für den Hauptplatz. Das Essen ist ausgezeichnet, der Wein ebenso, also alles perfekt.

Es hat seit April nicht mehr geregnet ……..

Beim einchecken erzählt uns die Damen vom Campingplatz noch, dass es hier seit April nicht geregnet hat. Wir planen daher für den nächsten Tag eine Fahrradrunde die uns zum Kanal von Corinth über die Ausgrabungen in Alt Korinth auf die auf dem Bergmassiv befindlich Festung führen soll. Schon in der Nacht hören wir den Regen auf unser WOMO-Dach prasseln. Besser jetzt als tagsüber, bin ich noch optimitisch. Es regnet den ganzen Vormittag, erst gegen 14:00 Uhr hört es auf. Wir beschließen den Kanal von Corinth auf nächsten Tag zu verschieben und starten in Richtung der Ausgrabungen in Alt Korinth.

Wir haben Glück, heute ist der Eintritt gratis und wir  durchstreifen die Überreste einer  2000 Jahre alten Hochkultur, mir hat es sehr gut gefallen, ich mag diese alten Steine.

Am Fuße des 600 m hohen Bergmassiv wo noch die Reste der Festung zu sehen sind, befinden sich die Überreste der bereits im 10. Jahrhundert vor Christi besiedelten Stadt. Durch die bevorzugte Lage erlebte die Stadt unter griechischer Herrschaft ihre erste Blütezeit. Es wurde Handel mit Europa und Asien betrieben. Durch die Übernahme der Römer die die Stadt nach ihren Plänen veränderten, ist von der archaischen und klassischen Zeit nicht viel über.

Unser nächster Punkt wäre die Festung gewesen, leider schüttet es schon wieder und wir ziehen uns in unseren Fritz zurück und kochen stattdessen Spagetti.

Athen 

Die Fahrt von Alt Korinth nach Athen führt und über den Kanal von Korinth. Dieser künstlich angelegte 6,3 km lange Kanal verbindet den Golf von Korinth mit dem Saronischen Golf, ein wirklich beeindruckender Seeweg.

Der einzige Campingplatz den Athen zu haben scheint ist Camping Athen, dieser liegt an einer achtspurigen Einfahrtsstraße mit Verkehr rund um die Uhr. Wir bekommen einen Stellplatz im hinteren Bereich des Platzes und schlafen sehr gut. Die Sanitäranlagen am Platz sind sehr sauber, Minimarket oder Brötchenservice gibt es leider nicht. Die zwei Damen des Platzes erklären uns wie wir mit Bus und U-Bahn ins Stadtzentrum kommen.

Ein halber Tag Athen zum Einstimmen

Für die Akropolis haben wir einen Timeslot für 09:00 Uhr am nächsten Tag gebucht. Wir wollen uns heute einmal umsehen um zu wissen wo sich der Eingang befindet etc..Wir kommen mit unserem 24 Stundenticket durchgerüttelt von der Busfahrt ca.45 Minuten nach Abfahrt am Campingplatz bei der U-Bahnhaltestelle Acropoli an. Als wir aus den tiefen der U-Bahn wieder nach oben gelangen sehen wir, dass die nicht besonders erbauliche Vorstadt hinter uns liegt, wir finden uns in Plaka, einem sehr gepflegten Stadtteil wieder. Der Stadtteil zeichnet sich durch seine weitestgehende Autofreiheit genau so aus, wie durch seine bunten Häuser, die vielen Geschäfte und Tavernen. Wir haben Glück und bekommen trotz der vielen Menschen einen Platz in einen Straßenkaffee und lassen das Treiben auf uns wirken.

Nachdem wir nun auch wissen wo wir morgen hinmüssen, schlendern wir nach Osten zum Hadrian Bogen, vorbei am Zeustempel, dem Zappeion bis zum Panathenaic Stadium. Während wir an den ersten drei antiken Orten nur vorbeigehen, kaufen wir für das Stadion eine Eintrittskarte. Wir erfahren über den Audioguide, dass das Stadion fast vollständig zerstört war und das es anlässlich der ersten olympischen Spiele der Neuzeit 1895 von Grund auf erneuert wurde. Wenn man auf den Rängen platz nimmt, oder den Weg der Olympioniken ins Stadion geht ist es wirklich sehr beeindruckend. Heute wurde hier die Bühne für ein Robbie Williams Konzert aufgebaut, ist sicher auch ein ganz tolles Ambiente.

Nachdem wir uns die sportlichen Leistungen derart intensiv vorgestellt haben, haben wir Hunger. Um diesen zu stillen gehen wir Richtung Norden, in den Stadtteil Kolonaki wo uns ein Lokal empfohlen wurde. Durchaus müde kommen wir dort an, es ist toll dekoriert, wir bekommen auch einen schönen Platz, nur das Essen überzeugt uns nicht wirklich. Satt und müde beschließen wir nicht mehr mit den öffentlichen Verkehrsmittel zu unserem Campingplatz zu fahren sondern mit UBER. Wir laden das APP herunter und sitzen 10 Minuten später in einem Taxi. Als wir am Campingplatz ankommen, buchen wir für den nächsten Tag in der Früh sofort ein Taxi zu Akropolis. Wir haben 10-14 € für die Taxifahrten bezahlt, es ist wesentlich komfortabler als mit den Öffis.

Weltkulturerbe Akropolis

Pünktlich um 8:30 Uhr setzt uns unser Taxi vor dem Eingang zur Akropolis ab. Leider sind wir nicht die Einzigen. Der Einlass für die Timesolts wird genau eingehalten. Also strömen wir mit hunderten anderen um Punkt neun Uhr den 60 m Hohen Felsen hinauf. Der Audioguide meldet sich automatisch wenn man bei einer wichtigen Station vorbeikommt. Trotz der vielen Menschen sind wir sehr beeindruckt von der Gesamtanlage. Die Bauweise und das Wissen über Erdbebensicherheit und Statik ist für die damalige Zeit wirklich bemerkenswert. Offenbar musste das in der jüngeren Vergangenheit immer wieder neu erfunden werden.

Im Akropolismuseum gehen wir als erstes auf die Dachterrasse über welche hoch oben die Akropolis schwebt, um bei einen Kaffee das Gesehene wirken zu lassen. Abgesehen von den ausgestellten Exponaten ist das Gebäude selbst sehenswert. In der Aussenfassade spiegelt sich der Pantheon, im Inneren hat man gefühlt immer einen Blick nach draussen zur Akropolis.

Die Stadtteile Plaka und Monastiraki im Schnelldurchlauf

Nach so vielen alten Steinen, spazieren wir durch Plaka, machen Window-Shopping, genießen die Lebendigkeit der Stadt und gelangen über den Monastiraki-Platz zu Little Cook. Das ist ein Themen-Caffee das je nach Jahreszeit geschmückt wird. Halloween ist das aktuelle Thema, ich habe noch nie so viel Deko auf einmal gesehen.

Wir möchten unbedingt noch zu der Markhalle. Der Weg führt entlang einer großen Straße die von Geschäften für Gartenbau, Eisenwaren und sonstigen Bedarf gesäumt sind, ein großes „Einkaufszentrum“. Am Ende kommen wir zu den Markthallen, die sich in drei Bereiche teilen. Fleischmarkt, vom Kotelett bis zum Schafskopf gibt es alles zu kaufen. Der zweite große Teil ist der Fischmark der ebenso sehr umfangreich ist. Der Obst und Gemüsemarkt dagegen ist sehr klein und unauffällig.

Nachdem wir das nun auch gesehen haben, gehen wir zurück zum Monastiraki-Platz in die Attica Urban Rooftop Bar, wo wir ein letztes Mal den Blick auf die Akropolis bei einem Glas Weisswein genießen.

Camping Apollon – Delphi

Also auf nach Delphi. Wir verlassen Athen, Gott sei dank wird der Verkehr mit jedem Kilometer stadtauswärts weniger. Wir fahren durch karge Landschaften mit PV- und Windparks. Danach durchqueren wir eine Vielzahl von Baumwollfeldern die gerade abgeerntet werden. Anschließend geht es hinauf in die Berge, nach ca. 3 Stunden Autofahrt sind wir da. Wir entscheiden uns für den Campingplatz Appollon, dieser ist nur 2 km von den Ausgrabungen entfernt. Die Stecke kann man auch zu Fuß zurücklegen, nur Vorsicht es geht ohne Gehsteig nur der Hauptstraße entlang. Der Platz bietet traumhafte Terrassenstellplätze von wo aus man einen tollen Blick bis zum Golf von Korinth hat. Auch das Pool, die Sanitäreinrichtungen und das Lokal haben uns gut gefallen.

Das Orakel

Schon in der Schule war ich fasziniert von den Erzählungen meiner Geschichte Professorin über das Orakel von Delphi. Die mystischen Weissagungen die von hohen Priestern gedeutet wurden und über das Schicksal von Menschen entschieden. Da für morgen Regen angesagt ist, sehen wir uns noch am Nachmittag die terrassenförmig angelegten Ausgrabungen an. Am Beginn der Tempel der Athene, in zentraler Lage der Tempel des Apollon, in dem die hohe Priesterin weissagte, gefolgt vom Amphitheater und ganz oben noch ein Stadion. Mit jeder Terrasse hat man einen schöneren Blick auf die Gesamtanlage und auf den Golf von Corinth. Anschließend besuchen wir noch das angeschlossene Museum, es gibt schöne Exponate und ist ähnlich aufgebaut wie das Akropolismuseum.

Am nächsten Tag regnet es wie vorhergesagt und wir beschließen einfach hier zu bleiben, zu lesen, zu schreiben und einfach einmal nichts zu tun.

Kalambaka Camping Vrachos Kastraki

Bei nebligen und kühlen Wetter verlassen wir Delphi um in das nördlich gelegen Kastraki zu fahren. Camping Vrachos Kastraki hat noch offen und auch Platz für uns. Die Sanitäreinrichtungen sind sehr sauber, weiters ist ein sehr uriges Lokal angeschlossen. Es wird auf offene Feuer gegrillt, die Gaststube dient auch als Rezeption sowie als Minimarket. Da das Wetter wirklich kalt ist, haben wir Glück und bekommen einen Tisch vor dem Kamin, das Essen ist sehr gut.

Die schwebenden Klöster von Meteora

Schon von der Autobahn kann man die bis zu 400 Meter hohen Sandsteinfelsen, die wie zufällig hier in die Luft ragen, sehen. Die Felsformationen die wirken wie schlafende Gestalten aus einer anderen Welt, die je nach Licht immer anderes aussehen und manchmal den Eindruck vermitteln, dass sie sich jeden Moment bewegen können. Ganz oben auf den Felsen sitzen die 6 noch bestehend Klöster wie Vogelhäuser. Mit etwas Phantasie kann man Schildkröten, Krokodile oder Gesichter in den Felsen erkennen.

Die Besiedelung durch Mönche fand im 11. Jahrhundert ursprünglich in den Höhlen der Sandsteinfelsen statt. Überreste der Holzplattformen am Eingang zu den Höhlen kann man noch beim Kloster Agios Antónios sehen. Die 24 Meteora Klöster wurden  im 13.   und 14. Jahrhundert erbaut. Teilweise wurden sie in den Fels gebaut, wie Agios Antónios oder Agios Nikólaos Bádovas. die anderen wurden auf die Felsspitzen gesetzt. Wir fahren mit dem Fahrrad vom Kastraki die Straße nach oben. Immer wieder bleiben wir begeistert stehen und können uns kaum sattsehen an diesem Natur und Technikschauspiel. Trotz der vielen Autobusse, Autos und Menschen haben wir die Möglichkeit drei Klöster zu besichtigen. Wir gehen zuerst ins Saint Trinity. Für den zweiten Tagen nehmen wir uns Great Meteora und Roussanou vor. Die Klöster zeigen sich nicht nur baulich in einem perfekten Zustand, sondern auch die Innenräume sowie die Aussenanlagen sind top gepflegt. Als Tipp können wir mitgeben, je mehr Treppen zum Kloster umso weniger Menschen einerseits, andererseits sind um die Mittagszeit und am frühen Nachmittag weniger Leute. Am Ende fahren wir noch zu den Holzplattformen der Höhlen und zum Kloster Agios Antónios (nicht zu besichtigen), dieses liegt etwas abseits in Richtung Kalambaka, dort sind wir fast alleine.

Alles in allem ein mystisches Erlebnis, nicht umsonst wurde bereits 1981 teilweise James Bond 007 In tödlicher Mission hier gedreht.

Unsere Reise neigt sich dem Ende zu

Nachdem wir nun die kulturellen Highlights gesehen haben möchten wir noch ein paar Tage zum relaxen am Meer anschließen, soweit der Plan. Wir fahren also nach zwei traumhaft schönen Tagen in Kalambaka weiter nach Katerini an den Golden Beach. Bei der Anreise erhaschen wir zwischen den vielen Regenwolken einen Blick auf den Olymp, den höchsten Berg Griechenlands und Wohnort der Götter. Als wir am Campingplatz Golden Beach  (N 40°11´12″, O 22°33´56″) ankommen, merkt man gleich der Herbst ist da. Nicht nur das die Blätter von den Bäumen fallen, wir sind auch die einzigen Camper am Platz, das Lokal hat geschlossen, das Wetter ist stark bewölkt und regnerisch bei 15 °. Der Platz selbst hat nur 8 Stellplätze, der Rest ist mit Dauercampern belegt. Sanitäranlagen sind neu und sauber. Die Lage ist jedoch einzigartig, wir sind direkt an einem kilometerlangen Sandstrand, schade das das Wetter nicht mitspielt, vielleicht ja morgen.

Ein letztes Mal Sonne am Strand

In der Früh wecken uns Sonnenstrahlen. Die Luft ist noch kalt, trotzdem gehen wir gleich an den Strand, ich mache in der Morgensonne Yoga und Michael bringt Cappuccino. Wird das Wetter doch besser als der Wetterbericht es anzeigt? Nach einem sonnigen Frühstück und einen Strandspaziergang zieht es bereits wieder zu. Wir entscheiden uns am Nachmittag nach Paralia zum Essen und Einkaufen zu fahren und morgen die Heimreise anzutreten. Wir finden ein schönes Lokal direkt am Strand und genießen noch einmal ein griechisches Essen am Meer.

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